ÜBER MICH

Ich bin Paula. Ich bin 27 Jahre alt. Dass ich die Welt verändern will, wusste ich schon immer. Ich wusste nur noch nicht genau, wie. Aber das finde ich mehr und mehr heraus. 


Eigentlich hat alles damit angefangen, dass wir vor 13 Jahren auf einer Hochzeit im Wendland waren, wo in dem alten Holzhaus, in dem die Hochzeit stattfand, zahlreiche Anti-G8-Plakate die Wände zierten. Ich wusste nicht, was G8 war, und befragte meinen Stiefvater, der mir erklärte, dass sich zum Gipfeltreffen die einflussreichsten acht Politiker*innen der Welt treffen, um miteinander zu besprechen, wie es mit der Weltpolitik und Weltwirtschaft weiterzugehen habe. Genau verstand ich es immer noch nicht, aber dass das irgendwie unfair gegenüber allen ist, die nicht durch diese acht Menschen repräsentiert werden, fand ich doch sehr deutlich. Kurzerhand organisierte ich, zurück in meiner Heimatstadt, eine Anti-G8-Demonstration. Die bestand, wohlgemerkt, aus mir (13-jährig), meinem kleinen Bruder, den ich für diese Zwecke rekrutiert hatte, und einem Kumpel. Zu dritt zogen wir also durch die Innenstadt mit unseren Plakaten, sangen selbsterfundene Anti-G8-Lieder, und fanden uns nach zirka einer Stunde in den Armen der örtlichen Polizei wieder. Das war das Ende meiner ersten politischen Aktion. 

In den folgenden Jahren probierte ich auf zahlreiche Arten und Weisen aus, wie Veränderung erreicht werden könnte. Dazu gehörte, dass ich während meiner Schulzeit zweimal Parteien mit fragwürdigen Namen gegründet habe, mit denen ich dann als Schulsprecherin probierte, das Bildungssystem zu revolutionieren oder doch zumindest Schulpartys zu organisieren. Während eines Auslandsjahres in Indien arbeitete ich ehrenamtlich in einer Schule für Menschen mit Behinderung, und dazu bei einer kleinen NGO mit dem Namen ‚Global Environment Concern’, bei der ich in einer Slumschule unterrichtete. 

Nach meinem Abitur zog ich in die Niederlande und studierte Politikwissenschaften, um das Ganze erst noch einmal besser zu verstehen. Fertig mit dem Studium hatte ich zwar immer noch keinen Überblick, aber zumindest die Idee, Grundstrukturen unserer Gesellschaft und ihrer Probleme besser verstanden zu haben. Ich wusste, dass ich die Gesellschaft zum Positiven verändern wollte, und wusste immer noch nicht genau, wie, also fing ich an, in ‚der Entwicklungshilfe’, also bei Nichtregierungsorganisationen, zu arbeiten. Das klingt erst einmal gut. Je länger ich allerdings bei diesen Organisationen arbeitete, desto mehr verstand ich, dass die geleistete Hilfe oft einen teuren Preis hatte. Durch die Gelder der Regierungen, die diese in Entwicklungsprojekte steckten, sicherten diese sich Einfluss und Macht in der jeweiligen Region. Wo ich zuerst also gedacht hatte, wir würden ‚einfach’ nur Infrastruktur wieder aufbauen, wurde mir bei näherem Hinsehen bewusst, dass nebenan gerade eine Militärbasis der gleichen helfenden Regierung entstand, die sich gleichzeitig auch noch die Unterstützung der Bevölkerung und wirtschaftliche Mittel der Region sicherte. Mir wurde deutlich, was nur logisch ist: dass überall, wo Gelder fließen, auch Macht mit im Spiel ist. Dass Hilfe fast niemals nur der Hilfe wegen geleistet wird, und dass es deshalb nahezu unmöglich ist, in so einem Rahmen politisch unabhängig zu arbeiten. Das aber wollte ich – und kündigte meinen Job. 


Jetzt nenne ich mich Vollzeit-Aktivistin: Ich widme mein Leben vollberuflich der politischen Veränderung – wie ich es auch vorher schon getan habe, mit dem Unterschied, dass ich damit jetzt keinen Cent mehr verdiene, und im Gegenzug meine Unabhängigkeit gewonnen habe. Ich mache jetzt nur noch politische Projekte, hinter denen ich zu 100% stehe. Ich investiere meine Zeit in Projekte, die ich für wirklich sinnvoll halte, um politische Veränderung zuwege zu bringen, und die keine fatalen politischen Nebenkosten verursachen. Ich setze mich für meine Ideale ein: Für ein solidarisches Miteinander in Freiheit anstatt Nationalismus, für eine teilende und soziale Gesellschaft anstatt kapitalistischer Marktlogiken, und für das Klima und die Gesundheit der Welt. 

Das mache ich auf unterschiedlichste Arten und Weisen. Durch das Besetzen eines Baumhauses im Hambacher Forst während der Rodungsbedrohung durch den Energiegiganten RWE, durch Straßen- und Bahnschienenblockaden von Kohletransporten oder das Organisieren einer Demonstration oder einer Besetzung. Mehr noch als durch direkte Aktionen probiere ich durch Bildung Menschen zu erreichen. Ich organisiere Lesungen zu Kapitalismus, Workshops zu Themen wie digitaler Selbstverteidigung und Seminare zum Vernetzen verschiedener politischer Gruppen.

In all diesen Projekten arbeite ich utopie-orientiert, das heißt, mit einem Fokus auf die gesellschaftliche Utopie. Ich bin lieber für Freiheit als Anti-Nationalismus, und bin lieber für solidarisches Teilen als Anti-Kapitalismus – einfach, weil so der Fokus darauf gerichtet ist, wo die Reise hingehen soll. 


Für meine Ideale arbeite ich also an vielen verschiedenen Projekten als Vollzeit-Aktivistin – und um das nachhaltig tun zu können, hoffe ich, Unterstützer*innen zu finden, die meinen Lebensweg sinnvoll finden, und bereit sind, ihn zu fördern. 

 
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